AfD Goldhandel ohne Risiko ?

AfD Goldhandel  ohne Risiko ?

 

Laut  Pressemittelung erwägt der Bundesvorstand der AfD einen risikolosen Handel und Vertrieb der DM-Goldmünze und eventuell anderer Formen von Gold.  Als eurokritische Partei hält sie den  Euro  nicht mehr als eine ebenso stabile, dauerhaft verlässliche Währung wie es früher die DM war. Gold sei eine krisensichere Anlage. Grund für den Einstieg in diese unternehmerische Tätigkeit des Goldhandels sei die  Ausschöpfung der staatlichen Teilfinanzierung, zu der der AfD nach eigenen Angaben ca. 2 Mio Euro Eigeneinnahmen  fehlen.

Nach dem DM  Gold Münzgesetz  ist die 1-DM-Goldmünze nach Maßgabe des § 4 bis zum Ablauf des 31. Dezember 2001 kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Das eigens hierfür geschaffene DM Goldmünzgesetz ermächtigte  die Deutsche Bundesbank ausdrücklich zum Gedenken an die Deutsche Mark zur Ausprägung einer 1-DM-Goldmünze mit einer Auflage von bis zu einer Million Stück (1-DM-Goldmünze) und die Errichtung der Stiftung “Geld und Währung”. Die einmalige Ausgabe und der limitierte Auflage verleiht der 1 DM Goldmünze eher Sammlercharakter. Nach Händlerauskunft ist  die 1 DM Goldmünze häufig vergriffen und schwer zu bekommen. Die 12 g schwere Münze besteht aus 24 karätigem Gold (Gold-Anteil 999,9/1000) und ist bis auf ein kleines Detail der ursprünglichen D-Mark in Größe und Motiv exakt nachempfunden.

Ein Preisvergleich im Internet zeigt einen Verkaufspreis von gerundet € 447 bis € 511 und der Ankaufpreis liegt bei einigen Händlern unter dem tatsächlichen Goldpreis bei  € 353 bis € 443.  Bei der Preiskalkulation einer Sammlermünze ist der Materialwert zweitrangig  so ist  auf Goldseiten.de zu lesen.

Der tatsächliche Goldpreis beträgt bei diesen Preisen für die 1 DM Goldmünze € 372.  Der Verkaufspreis liegt  bei Sammlermünzen  weit über dem tatsächlichen  Goldpreis. „Für den Händler  wirken sich die täglichen Schwankungen des Metallpreises auf die Sammlermünze wenig aus, es sei denn, der Goldpreis steigt stark an.

„Hingegen beträgt die Spanne zwischen An- & Verkaufspreis einer 1 oz (= Unze 31,1 g Gold) Goldmünze in aller Regel zwischen 5-10% und liegt damit deutlich unter der von Sammlermünzen. In Abhängigkeit von Edelmetall- und Währungsschwankungen kann ein Händler schnell in die Verlustzone kommen. Da die Käufer von Anlagemünzen (noch) eine Minderheit darstellen, haben die allermeisten Händler kein allzu großes Interesse an diesem risikobehafteten Umsatz, ” so Goldseiten.

Wie aus den Ausführungen leicht verständlich, besteht ein Unterschied zwischen Sammlermarkt und  Anlagemarkt.

Den risikobehafteten Anlagemarkt will die AfD ja umgehen. Verbleibt nur noch der Sammlermarkt, wie etwa der Goldhandel mit der 1 DM Goldmünze.

Ausgehend von einem sehr hohen Verkaufspreis von  €500 kann die Spanne bei der 1 DM Goldmünze  etwa € 100 betragen, unterstellt der Einkaufspreis liegt bei günstigen € 400.  In der Absicht € 2 Mio  Gewinn vor Steuern zu erzielen müsste man 20 000 1 DM Goldmünzen  verkaufen, was einen Umsatz von € 10 Mio. und einem Einsatz von € 8 Mio erfordert. Die Spanne beträgt hierbei über 20 %  Dabei bleibt unberücksichtigt, dass Vertriebskosten und andere Kosten anfallen oder eben den Einkaufspreis  erheblich erhöhen.    Auch der geplante Verkauf auf „Vorbestellung“ und der kurzfristige Ankauf von Sammlerstücken lediglich in Höhe der Vorbestellungen begünstigt gerade nicht  die Preiskalkulation.

Eine politische Partei genießt Steuerfreiheit. Gewinne aus unternehmerischer Tätigkeit unterliegen auch bei einer politischen Partei der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Auch dieser Umstand findet bei jeder derartigen Entscheidung Berücksichtigung.

Ob sich der „risikolose“ Einstieg in den Sammlermarkt des Goldhandels für eine politische Partei lohnt und ob es nicht sinnvoller erscheint diesen Handel erfahrenen Goldhändlern zu überlassen, mag dahingestellt bleiben und möge jeder für sich selbst beurteilen.

Nicht nachvollziehbar ist allerdings die Geheimniskrämerei um den Umstand dass eine Partei mit Goldhandel die staatliche Parteienfinanzierung sichern will, denn letztendlich ist die Parteienfinanzierung ein politisches Thema und die Rechenschaftslegung unterliegt dem Transparenzgebot.

 

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