Wandel der Kriegsform?

Wandel der Kriegsform?

 

Im vierten Jahr des syrischen Bürgerkriegs scheint die ursprüngliche Motivation der Demokratisierung des Landes in den Hintergrund zu treten. Durch die Terroranschläge in Paris muss wohl auch Deutschland sich an dem Kampf gegen den „Islamischen Staat“  beteiligen  und sich so mehr in den syrischen Bürgerkrieg hineinziehen  lassen.  Nicht mehr die Demokratisierung, sondern die ethnischen, religiösen, geopolitischen  Interessen einzelner Staaten und  beteiligter Gewaltakteure  bestimmen das Geschehen in diesem Konflikt. Im Ersten und  Zweiten Weltkrieg ging es um zwischenstaatliche Kriege. Der Bürgerkrieg in Syrien kann wohl nicht mehr   als innerstaatlicher Krieg bezeichnet werden, aber auch nicht als ein zwischenstaatlicher Krieg. Der sogenannte Gottesstaat agiert international. In diesem Konflikt verknüpft der internationale Terrorismus ein politisches Gewaltphänomen mit einem ursprünglich ausgehenden Bürgerkrieg und versucht damit einen asymmetrischen Weltkrieg zu entfachen, wobei Freund und Feind nicht klar zu trennen sind. Diese Form des Krieges mag als andere oder neue Form des Krieges bezeichnet werden. Mit den bisherigen  innerstaatlichen Konfrontationen  in den Regionen der so genannten Dritten Welt vermag dieser syrische Konflikt von seiner Dimension her nicht vergleichbar sein.  Das Gewaltphänomen des internationalen Terrorismus und die Asymmetrie des Krieges kennzeichnen diesen Konflikt und machen diesen Konflikt zu einer Gefahr für den Weltfrieden.

JM

 

 

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